Mein Ansatz – Verstehen vor Bewerten
In der Begleitung neurodivergenter Menschen ist es mir besonders wichtig, den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen. Jeder Mensch entwickelt seine eigene Art zu denken, zu fühlen, wahrzunehmen und mit seiner Umwelt in Beziehung zu treten.
Mein Anliegen ist es, Menschen mit ADHS/ADS, Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Hochbegabung, Hochsensibilität, Legasthenie und anderen Formen der Neurodivergenz dabei zu unterstützen, sich selbst besser zu verstehen, ihre individuellen Bedürfnisse zu erkennen und einen guten Umgang mit ihren persönlichen Herausforderungen zu entwickeln.
Neurodivergenz ist keine Krankheit, die „wegtherapiert“ werden muss. Sie beschreibt eine besondere Art der neurologischen Verarbeitung und Wahrnehmung. Gleichzeitig können neurodivergente Menschen – abhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, ihrer Lebenssituation und ihrem Umfeld – mit besonderen Herausforderungen und Belastungen konfrontiert sein.
Mein Fokus liegt daher nicht darauf, Menschen an ein vorgegebenes System anzupassen, sondern gemeinsam Wege zu finden, die ihre Entwicklung, Gesundheit und Lebensqualität unterstützen.
„Verstehen vor Bewerten“ bedeutet für mich, hinter einem Verhalten die Bedürfnisse und Zusammenhänge eines Menschen zu erkennen. Verhalten ist häufig ein Ausdruck dessen, was im Nervensystem geschieht. Wenn wir verstehen, was dahinterliegt, entstehen neue Möglichkeiten, Menschen gezielt, wertschätzend und individuell zu begleiten.
Erkennen, verstehen und passende Unterstützung entwickeln
Der erste Schritt ist häufig das Erkennen der eigenen Besonderheiten. Gerade bei Neurodivergenz bleiben Herausforderungen manchmal lange unerkannt, weil Betroffene Strategien entwickeln, um sich anzupassen, Erwartungen zu erfüllen und im Alltag möglichst wenig aufzufallen.
Diese sogenannten Camouflage- oder Masking-Strategien können insbesondere im Autismus-Spektrum, aber auch bei ADHS/ADS, Hochbegabung oder hoher Sensibilität auftreten. Nach außen kann diese Anpassung erfolgreich wirken, innerlich kann sie jedoch mit einem hohen Energieaufwand, Stress und emotionaler Belastung verbunden sein.
Gerade Kinder und Jugendliche zeigen solche Belastungen manchmal nicht direkt durch Worte, sondern beispielsweise durch Bauch- oder Kopfschmerzen, Ängste, Rückzug, emotionale Überforderung oder ein vermindertes Selbstwertgefühl.
Auch bei hochbegabten Menschen oder sogenannten Underachievern – Menschen mit hoher intellektueller Begabung, die ihr Potenzial aus unterschiedlichen Gründen nicht vollständig ausschöpfen können, können solche Anpassungsprozesse eine Rolle spielen.
Stärken erkennen und Ressourcen entfalten
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist es, die vorhandenen Ressourcen und besonderen Fähigkeiten neurodivergenter Menschen sichtbar zu machen.
Menschen mit ADHS bringen häufig Kreativität, Flexibilität, Begeisterungsfähigkeit, Humor, innovatives Denken und eine besondere Energie mit.
Menschen im Autismus-Spektrum verfügen häufig über eine detailreiche Wahrnehmung, tiefgründiges Denken, analytische Fähigkeiten, besondere Fachinteressen und eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit in ihren Interessensbereichen.
Diese Fähigkeiten können sich besonders dann entfalten, wenn Menschen ihre eigene Funktionsweise verstehen und eine Umgebung finden, die zu ihren individuellen Bedürfnissen passt.
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit – sich selbst verstehen und den eigenen Weg finden
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die neurodivergenzsensible Identitätsarbeit.
Sie beschreibt den Prozess, die eigene Persönlichkeit, Wahrnehmung und Lebensweise unter Berücksichtigung der individuellen neurologischen Besonderheiten besser zu verstehen und ein stimmiges Selbstbild zu entwickeln.
Viele neurodivergente Menschen erleben über Jahre hinweg, dass ihre Art zu denken, zu fühlen oder wahrzunehmen nicht immer den Erwartungen ihrer Umwelt entspricht. Besonders in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf können dadurch Gefühle entstehen wie:
- „Ich bin anders.“
- „Ich bin falsch.“
- „Warum fällt mir etwas schwer, was anderen leicht gelingt?“
Solche Erfahrungen können das Selbstwertgefühl beeinflussen und dazu führen, dass Menschen eigene Bedürfnisse zurückstellen oder versuchen, sich dauerhaft anzupassen.
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit bedeutet für mich, Menschen dabei zu begleiten:
- die eigene Wahrnehmung besser zu verstehen,
- individuelle Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen,
- persönliche Stärken und Ressourcen zu entdecken,
- belastende Erfahrungen neu einzuordnen,
- ein wertschätzendes und authentisches Selbstbild zu entwickeln.
Dabei geht es nicht darum, sich ausschließlich über die Neurodivergenz zu definieren. Vielmehr geht es darum, die eigene neurologische Besonderheit als Teil der eigenen Persönlichkeit zu verstehen und einen guten Umgang damit zu finden.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Reframing – ein Perspektivwechsel, durch den bisher negativ bewertete Erfahrungen neu betrachtet werden können.
Aus:
„Ich bin unkonzentriert.“
kann werden:
„Mein Gehirn verarbeitet Informationen auf eine andere Weise und benötigt möglicherweise andere Bedingungen.“
Aus:
„Ich bin schwierig.“
kann werden:
„Ich habe besondere Bedürfnisse, die verstanden und berücksichtigt werden dürfen.“
Ziel ist es, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung aufzubauen, Resilienz zu fördern und Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg mit mehr Selbstverständnis, Sicherheit und Selbstvertrauen zu gehen.
Das Umfeld verstehen und einbeziehen
Neurodivergenz betrifft nicht nur den einzelnen Menschen, sondern immer auch sein Umfeld.
Besonders bei Kindern und Jugendlichen spielen Eltern, Familie, Schule und andere Bezugspersonen eine wichtige Rolle. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, auch das Umfeld einzubeziehen und Wissen über Neurodivergenz zu vermitteln.
Durch Psychoedukation, Gespräche und gemeinsame Reflexion können Verhaltensweisen besser verstanden, Konflikte reduziert und neue Möglichkeiten im Umgang miteinander entwickelt werden.
Gerade Eltern erleben häufig viele Fragen:
Warum reagiert mein Kind in bestimmten Situationen so?
Was braucht mein Kind wirklich?
Wie kann ich unterstützen und gleichzeitig Orientierung geben?
Ein wertschätzendes Umfeld, das individuelle Bedürfnisse wahrnimmt und gleichzeitig Entwicklung ermöglicht, kann entscheidend dazu beitragen, dass neurodivergente Menschen ihre Stärken entfalten und ihren eigenen Weg finden können.
Mein Ziel ist es, Menschen und ihre Familien dabei zu begleiten, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln, Vertrauen aufzubauen und einen Weg zu finden, der mehr Selbstsicherheit, Lebensqualität und persönliche Entfaltung ermöglicht.
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit
Sich selbst verstehen und den eigenen Weg finden
Verstehen vor Bewerten
Die „neurodivergenzsensible Identitätsarbeit ist ein Herzstück meiner therapeutischen Haltung und eine verbindende Philosophie meiner Praxis.“
Sie verbindet meine fachliche Arbeit mit meiner persönlichen Überzeugung, dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit gesehen, verstanden und wertgeschätzt werden möchte.
In der Begleitung neurodivergenter Menschen ist es mir besonders wichtig, nicht nur Diagnosen, Symptome oder Schwierigkeiten zu betrachten, sondern den Menschen in seiner gesamten Persönlichkeit wahrzunehmen.
Jeder Mensch entwickelt seine eigene Art zu:
- denken
- fühlen
- wahrzunehmen
- zu lernen
- mit seiner Umwelt in Beziehung zu treten
Mein Anliegen ist es, Menschen mit „ADHS/ADS, Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Hochbegabung, Hochsensibilität, Legasthenie und anderen Formen der Neurodivergenz“ dabei zu unterstützen, sich selbst besser zu verstehen, ihre individuellen Bedürfnisse wahrzunehmen und einen guten Umgang mit ihren persönlichen Herausforderungen zu entwickeln.
Nicht passend machen – sondern passend begleiten
Für mich bedeutet Begleitung nicht, Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, an ein bestehendes System anzupassen oder sie so zu verändern, dass sie besser „hineinpassen“.
Vielmehr möchte ich Menschen dort abholen, wo ihre Einzigartigkeit liegt: bei ihrer Wahrnehmung, ihren Fähigkeiten, ihren Interessen und ihren individuellen Stärken.
Denn Entwicklung entsteht nicht dadurch, dass ein Mensch versucht, jemand anderes zu werden.
Sie entsteht dort, wo ein Mensch sich selbst besser versteht und Bedingungen findet, in denen er sich entfalten kann.
Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft vor vielen neuen Herausforderungen steht, brauchen wir unterschiedliche Denkweisen, kreative Perspektiven und Menschen, die neue Wege erkennen und gestalten können.
Neurodivergente Menschen bringen eigene Denkweisen, besondere Wahrnehmungen und individuelle Stärken mit. Wenn diese gesehen und verstanden werden, können sie sich entfalten und ihren eigenen wertvollen Beitrag in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft leisten.
Neurodivergenz verstehen – sich selbst annehmen lernen
Neurodivergenz ist keine Krankheit, die „wegtherapiert“ werden muss.
Sie beschreibt eine andere Art der neurologischen Verarbeitung und Wahrnehmung.
Gleichzeitig können neurodivergente Menschen, abhängig von ihren persönlichen Erfahrungen, Lebensbedingungen und den Anforderungen ihrer Umwelt, mit besonderen Herausforderungen und Belastungen konfrontiert sein.
Mein Ziel ist nicht, Menschen an ein vorgegebenes System anzupassen.
Mein Ziel ist es, gemeinsam Wege zu finden, die:
- Entwicklung ermöglichen
- Gesundheit unterstützen
- Lebensqualität verbessern
Denn häufig entstehen Belastungen nicht allein durch die neurologische Besonderheit eines Menschen, sondern durch eine fehlende Passung zwischen den individuellen Bedürfnissen und den Erwartungen der Umwelt.
Wenn Menschen verstehen:
- wie sie selbst funktionieren
- warum bestimmte Situationen schwierig sind
- welche Bedingungen ihnen guttun
kann dies eine große Entlastung sein.
Das Wissen um das eigene Selbst kann die Grundlage schaffen für:
mehr Annahme, mehr inneren Frieden und einen wertschätzenderen Umgang mit sich selbst.
Es geht nicht darum, sich verändern zu müssen, um „richtig“ zu sein.
Es geht darum, sich selbst zu verstehen.
Geh deinen Weg – nicht gegen dich, sondern mit dir.
Verhalten verstehen – hinter die Oberfläche schauen
Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit lautet:
„Verhalten ist oft ein Ausdruck dessen, was im Nervensystem geschieht. Wenn wir verstehen, was dahinterliegt, entstehen neue Möglichkeiten, Menschen gezielt und wertschätzend zu begleiten.“
Verhalten, das von außen manchmal als schwierig, unverständlich oder unangepasst wahrgenommen wird, kann ein Ausdruck sein von:
- Überforderung
- Reizverarbeitung
- Stress
- unerfüllten Bedürfnissen
- besonderen Anpassungsstrategien
Ich suche nicht nach einem schnellen Label oder einer einfachen Erklärung.
Ich möchte verstehen, welche Faktoren einen Menschen prägen und welche Unterstützung wirklich hilfreich ist.
Wenn Anpassung zur Belastung wird - Camouflage und Masking
Viele neurodivergente Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Strategien, um sich an ihre Umwelt anzupassen, Erwartungen zu erfüllen oder möglichst wenig aufzufallen.
Diese sogenannten **Camouflage- oder Masking-Strategien** können insbesondere im Autismus-Spektrum, aber auch bei ADHS/ADS, Hochbegabung oder hoher Sensibilität auftreten.
Nach außen kann diese Anpassung erfolgreich wirken.
Innerlich kann sie jedoch verbunden sein mit:
- hohem Energieaufwand
- Stress
- Erschöpfung
- innerer Anspannung
- dem Gefühl, nicht wirklich man selbst sein zu dürfen
Gerade Kinder und Jugendliche zeigen solche Belastungen manchmal nicht direkt durch ihr Verhalten, sondern beispielsweise durch:
- Bauch- oder Kopfschmerzen
- Ängste
- Rückzug
- emotionale Überforderung
- Erschöpfung
- sinkendes Selbstwertgefühl
Auch bei hochbegabten Menschen oder sogenannten Underachievern können Anpassungsprozesse eine Rolle spielen.
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit
Den eigenen Weg finden
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit beschreibt den Prozess, die eigene Persönlichkeit, Wahrnehmung und Lebensweise unter Berücksichtigung der individuellen neurologischen Besonderheiten besser zu verstehen, anzunehmen und ein stimmiges Selbstbild zu entwickeln.
Viele neurodivergente Menschen erleben über Jahre hinweg Gedanken wie:
„Ich bin anders.“
„Ich bin falsch.“
„Warum fällt mir etwas schwer, was anderen leicht gelingt?“
„Warum muss ich mich so sehr anstrengen, um mitzuhalten?“
Solche Erfahrungen können das Selbstbild prägen und dazu führen, dass Menschen:
- eigene Bedürfnisse zurückstellen
- sich stark anpassen
- ihre Fähigkeiten nicht erkennen
Ziel der Identitätsarbeit
Meine Begleitung unterstützt dabei:
- die eigene Wahrnehmung besser zu verstehen
- individuelle Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen
- persönliche Stärken und Ressourcen zu entdecken
- belastende Erfahrungen neu einzuordnen
- ein authentisches und wertschätzendes Selbstbild zu entwickeln
Dabei geht es nicht darum, sich ausschließlich über eine Diagnose oder Besonderheit zu definieren.
Neurodivergenz ist ein Teil der eigenen Persönlichkeit – aber sie beschreibt nicht den ganzen Menschen.
Reframing
Einen neuen Blick auf sich selbst entwickeln
Ein wichtiger Bestandteil der neurodivergenzsensiblen Identitätsarbeit ist das sogenannte Reframing.
Dabei geht es um einen Perspektivwechsel: Eigenschaften oder Erfahrungen, die bisher vielleicht negativ bewertet wurden, dürfen neu betrachtet werden.
Aus:
„Ich bin unkonzentriert.“
wird:
„Mein Gehirn verarbeitet Informationen auf eine andere Weise und benötigt möglicherweise andere Bedingungen.“
Aus:
„Ich bin schwierig.“
wird:
„Ich habe besondere Bedürfnisse, die verstanden und berücksichtigt werden dürfen.“
So kann aus Selbstkritik zunehmend Selbstverständnis entstehen.
Stärken erkennen und Potenziale entfalten
Den eigenen Weg finden
Neurodivergenzsensible Identitätsarbeit beschreibt den Prozess, die eigene Persönlichkeit, Wahrnehmung und Lebensweise unter Berücksichtigung der individuellen neurologischen Besonderheiten besser zu verstehen, anzunehmen und ein stimmiges Selbstbild zu entwickeln.
Viele neurodivergente Menschen erleben über Jahre hinweg Gedanken wie:
„Ich bin anders.“
„Ich bin falsch.“
„Warum fällt mir etwas schwer, was anderen leicht gelingt?“
„Warum muss ich mich so sehr anstrengen, um mitzuhalten?“
Solche Erfahrungen können das Selbstbild prägen und dazu führen, dass Menschen:
- eigene Bedürfnisse zurückstellen
- sich stark anpassen
- ihre Fähigkeiten nicht erkennen
Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist es, nicht nur Herausforderungen zu betrachten, sondern auch die besonderen Fähigkeiten und Ressourcen sichtbar zu machen.
Menschen mit ADHS/ADS bringen häufig mit:
- Kreativität
- Flexibilität
- Begeisterungsfähigkeit
- Humor
- spontanes Denken
- innovative Lösungswege
- viel Energie
Menschen im Autismus-Spektrum verfügen häufig über:
- detailreiche Wahrnehmung
- tiefgründiges Denken
- besondere Interessen
- analytische Fähigkeiten
- ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit in ihren Interessensbereichen
Auch Menschen mit Hochsensibilität oder Hochbegabung können besondere Formen der Wahrnehmung, des Denkens und der Verarbeitung entwickeln.
Diese Fähigkeiten können sich besonders dann entfalten, wenn Menschen ihre eigene Funktionsweise verstehen und eine Umgebung finden, die zu ihnen passt.
Mein Anliegen
Ich möchte Menschen dabei begleiten Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu entwickeln, ihre Stärken zu erkennen und einen selbstbewussten Umgang mit ihren Besonderheiten zu finden
Dabei ist mir wichtig, nicht nur den einzelnen Menschen zu betrachten, sondern auch sein Umfeld einzubeziehen:
Familie, Schule, Ausbildung, Studium und Beruf.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es entscheidend, Eltern und Bezugspersonen mitzunehmen.
Verständnis für die neurologischen Besonderheiten eines Kindes kann helfen, Erwartungen anzupassen, Konflikte besser einzuordnen und gemeinsam unterstützende Wege zu finden.
Auch im Jugend- und Erwachsenenalter kann ein besseres Verständnis der eigenen Funktionsweise wichtige Orientierung geben.
Meine Praxis soll ein Ort sein, an dem Menschen von der ersten Frage über die diagnostische Klärung bis hin zur individuellen Begleitung Unterstützung finden.
Mein Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich verstanden fühlen, ihre eigene Geschichte neu betrachten können und Schritt für Schritt ihren eigenen Weg finden.
Nicht gegen sich selbst.
Sondern mit sich.
Diagnostik – verstehen, was hinter den Herausforderungen steht
Diagnostik bedeutet für mich mehr als das Erkennen einzelner Symptome oder das Zuordnen einer Bezeichnung. Sie ist ein wichtiger Schritt, um den Menschen in seiner individuellen Entwicklung, Wahrnehmung und Lebenssituation besser zu verstehen und herauszufinden, welche Unterstützung wirklich hilfreich ist.
„Ich suche nicht nach einem Etikett – ich versuche zu verstehen, welche Faktoren den Menschen prägen und welche Unterstützung wirklich hilfreich ist.“
Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte, seine persönlichen Erfahrungen, seine Stärken und seine Herausforderungen mit. Deshalb betrachte ich nicht nur einzelne Auffälligkeiten, sondern die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, Lernen, Verhalten, Emotionen, körperlicher Gesundheit und Umweltbedingungen.
Besonders bei ADHS/ADS, Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Lernherausforderungen, Hochbegabung und besonderen Wahrnehmungsprofilen (Hochsensibilität) ist es wichtig, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern den gesamten Menschen in seiner Entwicklung und seinem Umfeld wahrzunehmen.
Der erste Schritt ist das genaue Hinschauen:
Was erlebt dieser Mensch?
Welche Situationen sind belastend?
Welche Fähigkeiten und Ressourcen sind vorhanden?
Welche Faktoren können dazu beitragen, dass bestimmte Herausforderungen entstehen?
Ziel der Diagnostik ist es, ein umfassendes Verständnis zu entwickeln und daraus passende Möglichkeiten der Begleitung abzuleiten.
Der diagnostische Prozess
Eine fundierte diagnostische Einschätzung beginnt mit einem ausführlichen Kennenlernen und einer sorgfältigen Anamnese.
Dabei werden unter anderem betrachtet:
- persönliche Entwicklungs- und Lebensgeschichte
- familiäre, schulische oder berufliche Situation
- Lernentwicklung und Leistungsprofil
- Konzentration, Aufmerksamkeit und Selbstregulation
- emotionale Belastungen und soziale Erfahrungen
- Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen
- individuelle Stärken und Ressourcen
Für die diagnostische Einschätzung nutze ich anerkannte und standardisierte Testverfahren, für deren Durchführung ich im Rahmen meiner testpsychologischen Ausbildung qualifiziert bin.
Dazu gehören unter anderem:
- Entwicklungsdiagnostik
- Leistungsdiagnostik
- Intelligenzdiagnostik
- Verfahren zur Einschätzung von Aufmerksamkeit und Konzentration
- diagnostische Verfahren im Rahmen einer ADHS-Abklärung
Die Auswahl der Verfahren richtet sich immer nach der individuellen Fragestellung und der jeweiligen Lebenssituation.
Dabei werden die Ergebnisse niemals isoliert betrachtet. Erst das Zusammenspiel aus Anamnese, klinischer Beobachtung, Testverfahren und den persönlichen Erfahrungen des Menschen ermöglicht ein umfassendes Verständnis.
Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche diagnostische Bausteine zum Einsatz:
- ausführliche Anamnese und persönliche Gespräche
- klinische Beobachtung
- Kinder- und Erwachsenenscreening
- strukturierte Fragebögen und standardisierte Testverfahren
- Fremdbeurteilungen durch Eltern, Bezugspersonen oder andere relevante Personen
- persönliche oder telefonische Gespräche zur Einschätzung verschiedener Lebensbereiche
Bei einem Verdacht auf ADHS/ADS, Autismus-Spektrum-Störung oder andere neurodivergente Besonderheiten werden verschiedene Informationen zusammengeführt.
Aus diesen Informationen entstehen diagnostische Hypothesen, die durch geeignete Verfahren überprüft und eingeordnet werden. Daraus kann eine diagnostische Einschätzung entstehen, die Hinweise auf mögliche neurodivergente Besonderheiten gibt und als Grundlage für die weitere individuelle Begleitung dient.
Diagnostik in verschiedenen Lebensphasen
Bei Kindern kann die Diagnostik helfen, Lernprozesse, Konzentration, Wahrnehmung und Verhalten im Schulalltag besser zu verstehen. Gerade wenn Kinder trotz großer Anstrengung Schwierigkeiten erleben, ist es wichtig, genauer hinzuschauen und mögliche Einflussfaktoren zu erkennen.
Nicht immer liegen Schwierigkeiten beim Lernen oder im Verhalten an fehlender Motivation oder mangelnder Anstrengung. Manchmal spielen auch Wahrnehmungsverarbeitung, Aufmerksamkeit, emotionale Belastungen oder körperliche Faktoren eine Rolle.
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen häufig weitere Themen im Mittelpunkt: Identitätsentwicklung, Selbstwert, soziale Beziehungen sowie die Frage:
„Welche Umgebung und welcher Weg passen zu mir?“
Die diagnostischen Erkenntnisse können dabei unterstützen, eigene Stärken besser wahrzunehmen und passende Entscheidungen hinsichtlich Ausbildung, Berufswahl oder Studium zu treffen.
Auch im Erwachsenenalter kann eine diagnostische Einordnung helfen, bisherige Erfahrungen besser zu verstehen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und neue Strategien für Alltag, Beruf und persönliche Entwicklung zu entwickeln.
Ganzheitliche Diagnostik – den Menschen als Ganzes betrachten
Neurodivergenz zeigt sich nicht nur in Wahrnehmung, Lernen und Verhalten. Auch körperliche Faktoren können Einfluss darauf haben, wie belastbar, konzentriert und reguliert ein Mensch ist.
Deshalb kann es sinnvoll sein, ergänzend auch körperliche Aspekte einzubeziehen.
Je nach individueller Situation können beispielsweise folgende Untersuchungen hilfreich sein:
- Blutuntersuchungen
- Mikronährstoffdiagnostik
- Stoffwechselanalysen
- Hormondiagnostik
- Stuhlanalysen zur Betrachtung der Darmgesundheit
Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Lernherausforderungen, Konzentrationsproblemen oder besonderen Belastungen im Schulalltag können körperliche Einflussfaktoren wichtige Hinweise geben und eine gezielte Unterstützung ermöglichen.
Auch bei Erwachsenen können Schlaf, Stressbelastung, Energiehaushalt und körperliche Regulation eine wichtige Rolle spielen.
Therapeutische Arbeit und Diagnostik im Bereich der Neurodivergenz
Die Begleitung für Neurodivergenz innerhalb meiner Beratungs- und Therapiepraxistätigkeit umfasst:
- Information über Grundlagen der Neurodivergenz und Neurobiologie
- Differenzierung der unterschiedlichen neurodivergenten Ausprägungen wie: Tourette, Synästhesie, Alexithymie, Dyskalkulie, Dyslexie (syn. LRS, Legasthenie) Autismus, ADHS, ADS
- Diagnostische Kriterien von Autismus & ADHS
- Komorbititäten von Autismus & ADHS
- Unterschiede in Wahrnehmung, Kommunikation und Verhalten neurodivergenter Menschen
- Autismus und ADHS im Kindesalter – Kinderscreening (Anamnese, klinische Beobachtung), Früherkennung, Bedürfnisse, Förderansätze
- Erwachsenenscreening
- Umgang mit Prokrastination, Entscheidungsschwierigkeiten und Reizüberflutung
- Achtsamkeit und Selbstregulation: Stressreduktion, Ressourcenarbeit
- Aufklärung über Beziehungsdynamiken: toxische Beziehungen, Eltern-Kind-Systeme, Unterstützung von Paarbeziehungen bei Neurodivergenz
- Beratungstätigkeit für Kommunikationsstrategien und Complianceförderung
- Begleitende Tätigkeit/Beratung bei Ambivalenzen, Widerständen und Abbrüchen (Schule, Studium, Ausbildung)
Im Bereich der Feststellung arbeite ich mit einem multimethodalen Vorgehen.
Das bedeutet über verschiedene Datenquellen (Selbstbeurteilung, Fremdbeurteilung, persönlicher Anamnese und Telefonaten), aus genauen und objektiven Beobachtungen und oftmals einer testpsychologischen Untersuchung.
Eine Diagnostik erfolgt folgendermaßen:
- ausführliche Anamnese
- Klinischer Beobachtung ( Fragebögen, Fremdfragebögen, Spielbeobachtung, Interviews von Eltern, Lehrern, Erziehern..)
- Nach der Bildung einer Hypothese (wenn ein Verdacht vorliegt) erfolgt die Diagnostik
Einer besonderen Aufmerksamkeit gilt hier dem sogenannten Masking oder auch dem psychologischen Camouflage („unsichtbar werden“). Dies beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen unbewusst oder bewusst ihre wahren Gefühle, Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensweisen oder Symptome unterdrücken, um gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Sie möchten „neurotypisch“ wirken. Dies erfordert oft einem extrem hohen Tribut wie chronische Erschöpfung (Burnout), Identitätsverlust, Depressionen, Angststörungen und psychosomatische Beschwerden.
Das Masking fungiert hier als Überlebenswerkzeug um in einer Welt, die Vielfalt oft noch zu wenig
toleriert.
Wichtig hier ist mir als Therapeut vor allem die Hilfestellung zur Selbsterkenntnis, ich möchte eine sichere Umgebung für den Betroffenen schaffen und meinen Patienten helfen ihre Bedürfnisse, wie Reizüberflutung zu reduzieren und eigene Grenzen zu setzen, ernst zunehmen.
Sensorische Verarbeitung und Wahrnehmung bei Neurodivergenz
Unsere Sinne begleiten uns in jedem Moment des Lebens. Sie beeinflussen, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, Informationen verarbeiten, lernen, kommunizieren und mit anderen Menschen in Beziehung treten. Sehen und Hören sind dabei weit mehr als einzelne Sinnesleistungen, sie sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Wahrnehmung und unseres täglichen Handelns.
Gerade bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS/ADS, einer Autismus-Spektrum-Störung oder Lernherausforderungen lohnt es sich, die sensorische Wahrnehmung und deren Verarbeitung genauer zu betrachten. Nicht jede Schwierigkeit im Alltag, beim Lernen oder bei der Konzentration lässt sich allein durch eine Diagnose erklären. Auch die Art und Weise, wie das Gehirn visuelle und auditive Reize verarbeitet, kann einen entscheidenden Einfluss auf Aufmerksamkeit, Sprache, Lernen, Bewegung, Verhalten und das emotionale Wohlbefinden haben.
Deshalb betrachte ich im Rahmen einer umfassenden Diagnostik nicht nur einzelne Symptome, sondern den Menschen in seiner Gesamtheit. Durch gezielte visuelle und auditive Analysen sowie funktionelle Testverfahren lassen sich mögliche Zusammenhänge erkennen und in ein individuell abgestimmtes Begleit- und Therapiekonzept einbeziehen.
Je nach persönlicher Situation können Visualtraining und Audiotraining wertvolle Bestandteile der Begleitung sein. Das Visualtraining unterstützt die Zusammenarbeit von Augen, Gehirn und Körper sowie die Verarbeitung visueller Informationen. Das Audiotraining fördert die auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsfähigkeit und kann dazu beitragen, akustische Reize besser zu differenzieren und zu verarbeiten. Beide Trainings werden individuell ausgewählt und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt.
Mein Anliegen ist es, Menschen dabei zu begleiten, ihre eigene Wahrnehmung besser zu verstehen. Denn wer die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln erkennt, kann Herausforderungen besser einordnen, die eigenen Stärken bewusster nutzen und einen sicheren, wertschätzenden Umgang mit sich selbst entwickeln.
Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch über individuelle Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten verfügt. Manchmal braucht es lediglich den passenden Blick auf die Zusammenhänge und eine Begleitung, die genau dort ansetzt, wo sie gebraucht wird.
Mein Anliegen ist es nicht, Menschen zu verändern, sondern sie dabei zu begleiten, sich selbst besser zu verstehen. Denn wer die eigene Wahrnehmung und Informationsverarbeitung kennt, kann Herausforderungen besser einordnen, individuelle Stärken gezielt nutzen und einen sicheren, selbstbewussten Umgang mit sich selbst entwickeln.
Neurodivergenz und Gesundheit
Neurodivergenz ganzheitlich verstehen – wenn Körper, Wahrnehmung und Gesundheit zusammengehören
Neurodivergenz betrifft weit mehr als Aufmerksamkeit, Lernen oder Verhalten. Sie beeinflusst die Art und Weise, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, Reize verarbeiten und mit Belastungen umgehen. Was dabei häufig übersehen wird: Auch die körperliche Gesundheit kann eng mit diesen Prozessen verbunden sein.
Ich glaube daran, dass hinter jedem Symptom eine Geschichte und hinter jeder Geschichte ein Mensch steht. Deshalb suche ich nicht nach schnellen Erklärungen oder einfachen Antworten. Mir ist es wichtig, die individuellen Zusammenhänge hinter den Beschwerden eines Menschen zu verstehen. Denn unser Körper und unser Nervensystem arbeiten häufig nicht gegen uns – sie versuchen vielmehr, sich an innere und äußere Belastungen anzupassen und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Viele neurodivergente Menschen erleben neben den Herausforderungen des Alltags auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, chronische Erschöpfung, Schmerzen oder Stoffwechselveränderungen. Diese werden häufig unabhängig voneinander betrachtet, obwohl sie Ausdruck eines komplexen Zusammenspiels von Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem und Stoffwechsel sein können.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Menschen mit ADHS/ADS oder einer Autismus-Spektrum-Störung häufiger von körperlichen Begleiterkrankungen betroffen sein können als die Allgemeinbevölkerung. Hierzu zählen unter anderem Schlafstörungen, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sowie chronische Schmerzsyndrome wie Migräne oder Fibromyalgie.
Ein möglicher Grund dafür ist die besondere Beanspruchung des Nervensystems. Sensorische Reize wie Geräusche, Licht, Berührungen oder soziale Anforderungen werden von manchen neurodivergenten Menschen intensiver verarbeitet. Eine dauerhafte Reizbelastung kann die Stressregulation beeinflussen und langfristig Auswirkungen auf verschiedene körperliche Systeme haben.
Ernährung, Belohnungssystem und Selbstregulation
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Neurotransmitter Dopamin. Er beeinflusst Motivation, Aufmerksamkeit, Antrieb und unser Belohnungssystem. Eine veränderte Dopaminaktivität, wie sie bei Menschen mit ADHS/ADS häufig vorkommt, kann dazu führen, dass das Bedürfnis nach einer schnellen Belohnung zunimmt.
Dies kann sich bei manchen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beispielsweise in einem ausgeprägten Verlangen nach zucker- oder fettreichen Lebensmitteln zeigen, da diese das Belohnungssystem kurzfristig aktivieren. Gerade für Eltern kann dieses Wissen hilfreich und entlastend sein: Ein häufiges Verlangen nach Süßigkeiten oder bestimmten Lebensmitteln ist nicht immer Ausdruck mangelnder Disziplin oder fehlender Konsequenz, sondern kann auch mit der individuellen Neurobiologie und der Regulation des Belohnungssystems zusammenhängen.
Auch Motivation und Antrieb können beeinflusst sein. Tätigkeiten wie Lernen, Bewegung oder alltägliche Aufgaben werden möglicherweise weniger als unmittelbar belohnend erlebt, wodurch es schwerer fallen kann, langfristig dranzubleiben.
Bei manchen neurodivergenten Menschen, insbesondere bei einer erhöhten sensorischen Reizempfindlichkeit (Hochsensibilität) oder einer anhaltenden Stressbelastung, kann Essen außerdem eine Form der Selbstregulation sein. Die Wahrnehmung von Geschmack, Geruch, Konsistenz, Temperatur oder Aussehen von Lebensmitteln kann intensiver erlebt werden. Dadurch kann sich insbesondere bei Kindern aber auch bei Erwachsenen (ADHS/ADS und Autismus-Spektrum) ein sehr selektives Essverhalten (Picky Eating) entwickeln.
Ein eingeschränktes Nahrungsspektrum kann langfristig zu einem Ungleichgewicht in der Nährstoffversorgung beitragen und damit die körperliche Entwicklung, Energie, Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen. Gerade im Kindesalter kann es daher sinnvoll sein, mögliche Zusammenhänge zwischen Essverhalten, Nährstoffversorgung und körperlicher Gesundheit genauer zu betrachten.
Dabei geht es nicht darum, Druck beim Essen aufzubauen, sondern die Ursachen zu verstehen und gemeinsam Wege zu finden, die eine ausgewogene Versorgung ermöglichen und gleichzeitig die individuelle Wahrnehmung und die Bedürfnisse des Menschen berücksichtigen.
Auch emotionales Essen oder wiederkehrende Essanfälle (Binge Eating) können bei manchen neurodivergenten Menschen (ADHS/ADS und im Autismus-Spektrum) auftreten. Sie können ein Versuch des Nervensystems sein, innere Anspannung zu reduzieren, Reizüberflutung auszugleichen oder kurzfristig Ruhe und Sicherheit zu finden.
Solche Verhaltensweisen sollten deshalb nicht vorschnell bewertet werden. Sie sind häufig Ausdruck dessen, wie ein Mensch versucht, mit seiner individuellen Wahrnehmung, seinen Belastungen und seinem inneren Erleben umzugehen.
Verhalten ist oft ein Ausdruck dessen, was im Nervensystem geschieht. Wenn wir die Ursachen verstehen, entstehen neue Möglichkeiten, den Menschen gezielt und wertschätzend zu begleiten.
Darm, Immunsystem und körperliche Zusammenhänge
Im Autismus-Spektrum treten darüber hinaus häufiger Beschwerden des Magen-Darm-Traktes auf. Aktuelle Forschung beschäftigt sich unter anderem mit möglichen Zusammenhängen zwischen Darmmikrobiota, Immunsystem und der Verarbeitung von Reizen. Auch entzündliche Prozesse und Stoffwechselveränderungen werden zunehmend untersucht.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie eng Neurodivergenz und körperliche Gesundheit miteinander verbunden sein können. Deshalb ist es mir wichtig, den Menschen nicht auf eine Diagnose oder einzelne Symptome zu reduzieren, sondern Zusammenhänge zu erkennen und den Körper in seiner Gesamtheit zu betrachten.
Diagnostik und individuelle Begleitung
Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Therapiekonzept, das sich an Ihrer persönlichen Situation orientiert. Je nach Bedarf können dabei naturheilkundliche und komplementäre Verfahren wie Ernährungsmedizin, Mikronährstofftherapie, Akupunktur, Akupressur, Probiotika, Aminosäuren, adaptogene Heilpflanzen, Atemtechniken sowie Maßnahmen zur Stressregulation sinnvoll eingesetzt werden.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist außerdem eine fundierte Diagnostik. Blutuntersuchungen, Stuhlanalysen und Hormondiagnostik über akkreditierte Labore können helfen, mögliche körperliche Belastungsfaktoren sichtbar zu machen und die therapeutische Begleitung gezielt darauf abzustimmen.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS/ADS, im Autismus-Spektrum oder Lernherausforderungen kann eine sorgfältige Betrachtung körperlicher Einflussfaktoren wertvolle Hinweise geben. Nährstoffmängel, Stoffwechselbesonderheiten, hormonelle Einflüsse, Auffälligkeiten der Darmgesundheit oder ein Ungleichgewicht in der Versorgung können Konzentration, Aufmerksamkeit, Lernen und das allgemeine Wohlbefinden zusätzlich beeinflussen.
Denn manchmal sind es gerade die körperlichen Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, wie gut ein Kind seine Fähigkeiten im Alltag, in der Schule und beim Lernen entfalten kann. Diese Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen, ist mir ein besonderes Anliegen.
Ich bin überzeugt, dass eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten kann. Integrative Behandlungsmethoden können die klassische medizinische Therapie sinnvoll ergänzen und dazu beitragen, die Selbstregulation des Körpers zu unterstützen, Ressourcen zu stärken und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Wissenschaftliche Grundlagen (Auswahl)
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